Hongkong/Macao 2017
Ich musste, nach dem ziemlich ruhigen Laos, eine drastische Umstellung verkraften. Nach der schönen Natur wurde ich zwischen Wolkenkratzer und reichlich Beton katapultiert.

Doch der Reihe nach:
Ob Vietnam, Bangkok, Singapur oder sonstwo – den günstigsten Flug nach Hongkong gab´s von Chiang Rai in Thailand. Von Macao kommt man sehr billig nach Manila. Also kam ich auf die Idee meine Weiterreise auf die Philippinen mit einem 5-tägigen Zwischenstopp zu versehen. Besonders informiert habe ich mich über die beiden Länder vorher nicht, was ein großer Fehler war:
Vor allem die Preise habe ich deutlich unterschätzt. Gut, Fahrten von den Flughäfen in die Stadt sind meistens nicht gerade günstig. Die 20 Euro für den Flughafen – Express sind aber schon ganz happig. Immerhin kostet der Bus „nur“ die Hälfte. Wie in Europa oder Südamerika auch. Mehr oder weniger. Aber allgemein ist das öffentliche Verkehrsnetz, sowie auch der Spritpreis deutlich günstiger als in Deutschland (wäre aber auch schwer zu überbieten).
Die Fahrt mit dem Bus über die längste befahrbare Brücke der Welt ist ganz interessant. Mit der Metro ging´s dann weiter zu meiner ersten Unterkunft. Ich hatte dort – entgegen meiner Gewohnheit – vorab gebucht, da die Zimmer in Hongkong wohl schnell weg sind. Erst mal „dorm“, also ein Gemeinschaftszimmer und sehr eng. Es ist aber alles eng in Hongkong…

Klamotten rein und erst mal zum nächsten Supermarkt. Durch das Flüssigkeitsverbot im Flugzeug und die wahnwitzigen Preise am Flughafen, hatte ich lange nix getrunken.
Es laufen mir hauptsächlich aufs smartphone blickende Menschen entgegen. Sonst die üblichen Probleme einer Großstadt: Ich muss erst mal warten bis die Staatsmacht die Schlägerei vorm Supermarkt beendet, was ein wenig dauerte. Ja, Alkohol im Spiel. Aber ich muss sagen die Polizisten haben auch lange versucht die Streithähne durch Gespräche zu trennen.
Die große Flasche Wasser kostet 10 Hongkong-Dollar, umgerechnet 1,25 Euro! Natürlich, wie überall, in der Plastikflasche. Die übliche Dönerrolle startet bei 6 Euro!! Immerhin kann man für den gleichen Preis „beim Koreaner“ 100 mal besser essen,
































Das war´s erst mal mit Hongkong. Ein paar Stunden hatte ich am nächsten Tag noch für Macao.
Ein kleines Fazit: Die Umgebung Hongkongs ist schön. Die wenigen nicht bebauten Flächen versuchen sich die Menschen einigermaßen schön zu gestalten. Es ist sicherlich schwierig so viele Leute auf so wenig Raum unterzubringen. Die Idee die Massen an Finanzjongleuren übereinander zu stapeln finde ich auch nicht verkehrt. Für alle anderen Mieter ist es wohl nicht so toll für klaustrophobische Zustände mit die höchsten Mieten weltweit zahlen zu müssen. Aber natürlich (müssen) sich die Leute dort drängeln wo das Geld ist. Daher gibt es an vielen Orten dieser Welt Kopien dieser Bauten. Also ein Problem der Ungleichheit? Typisch war für mich der Moment, als ein dicker Lamborghini neben einem Obdachlosen parkte. Vermögen wird hier sowieso gerne zur Schau gestellt. Vielleicht tue ich der Stadt aber auch Unrecht. Ich war hier ja nur ein paar Tage. Ich habe mich hier auch nie unsicher gefühlt. Aber Hong Kong wirkt auch irgendwie seelenlos. Fast alle Menschen in den Geschäftsstraßen, in der Metro oder sonstwo, sind ohne Pause mit dem smartphone beschäftigt. Wenn nicht gechatet wird, dann spielen die Männer Ballerspiele und die Frauen klicken auf jedes Werbeangebot, das das smartphone ausspuckt. Sämtliche Elektronikartikel sind übrigens teurer als bei uns im Internet. Trotz Zoll und Versand. Dafür lohnt sich Hongkong nicht. Fragt man in den malls nach Zubehör für eine älteres handy etc, verzieht sich die Mine des Verkäufers zu einem arroganten „Jetzt aber zurück auf die Straße mit Dir“ – Gesicht. Das ist kein Einzelfall und ging mir in Kuala Lumpur und Singapur schon genauso. Wenn noch mal Hongkong, dann wenn der Flieger dort eh Aufenthalt hat. Die Sehenswürdigkeiten sind ganz gut organisiert und man kann sich schnell die Langeweile vertreiben. Oder man fährt eben zu den äußeren Inseln. Bei der Unterkunft empfehle ich nicht vorzubuchen. Es kann einen das absolute Drecksloch erwarten, für das man schon bezahlt hat. Die übelste Absteige, in der ich eine Nacht verbringen musste, habe ich hier nicht dokumentiert. Und es kann nur einen Ort geben, der schlimmer als Hong Kong City ist: Hong Kong City zur Hochsaison.
Abschließen möchte ich mit einer berühmten Weisheit des wohl bekanntesten Hongkongers, Bruce Lee:
„Sei Wasser, mein Freund. Oder Beton, oder hohl. Mir doch egal. Leere deinen Geist. Sei ohne Form. Gestaltlos. Wie Wasser oder so. Oder Hong Kong. Eben wie jemand der ununterbrochen auf sein handy starrt. Macht man eine Tasse, dann wird es die Tasse. Macht man eine Flasche, wird es die Flasche. Macht man eine Teekanne, wird es die Teekanne. Macht man Hong Kong, wird es Hong Kong. Wasser kann fließen, oder es kann zermalmen. Genau wie ich. Oder Hong Kong. Lass Dir das eine Warnung sein, Freundchen.“
MACAO
Für Macao habe ich mir nur einen Tag Zeit gelassen. Ursprünglich wollte ich dort übernachten. Die im internet zu findenen Hotels sind noch viel teurer als in Hongkong. Bei einigen Buchungsseiten findet man viele, sehr günstige Unterkünfte in Macao. Was nicht dabei steht: Diese befinden hinter der Grenze, also im visumpflichtigen China. Macao ist eine Sonderverwaltungszone Chinas, seitdem es von den Portugiesen vor ein paar Jahren zurückgegeben wurde. Ärgerlich, wenn man das Hotel gebucht hat und dann ohne Visum dasteht. Vielleicht gibt es mit viel Eigeninitiave was günstiges vor Ort. Das Risiko wollte ich aber nicht eingehen. Immerhin liegt das Pro-Kopf-Einkommen Macaos über dem der Schweiz (zumindest lag es dort vor ein paar Jahren). In den Kasinos wird ein vielfaches an Geld gelassen wie in Las Vegas.
Die Fahrtzeit von Hongkong nach Macao mit der Privatsfähre beträgt eine knappe Stunde.










außerhalb des touristischen Zentrums ist Macao aber doch etwas günstiger als Hongkong: Wasser ist schon für 5 Mop zu haben (etwa 60 Cent). Und auch die Preise für Essen liegen etwas darunter.

kleiner Nachtrag:
jetzt geht es weiter auf die Philippinen. Bei der Recherche nach schönen Tauch-oder Schnorchelplätzen bin ich wieder auf das Problem gestoßen, das ich schon in Indonesien an einigen Stellen erlebt habe: Innerhalb kürzester Zeit mutiert ein artenreicher Tauchspot zum Unterwasserfriedhof. Ein Grund ist immer noch das Fischen mit Cyanid. Ein Gift, das auch in den USA zur Vollstreckung der Todesstrafe angewandt wird. Besonders viel davon wird gebraucht um größere Fische, wie den Napoleon-Fisch zu betäuben. Drumherum stirbt alles ab und der große Fisch geht ins Nobel-Restaurant. Er muss besondere Qualen durchstehen, um vor den Augen des hunderte Dollar zahlenden Gastes lebend im Kochtopf zu verschwinden. Besonders abgesehen hat es der Gast auf die Lippen der Fische. Diese sollen als Aphrodisiakum dienen (gegessen…). Der Napoleon-Fisch ist u.a. einer der wenigen Fressfeinde des Dornenkronenseesterns. Dieser vermehrt sich mittlerweile unaufhaltsam und schafft es innerhalb von ein paar Monaten ein ganzes Riff zu zerstören. Auch das Riff, welches ich in Indonesien betauchen wollte, war kurz zuvor davon befallen. Im Jahr davor wurden massenhaft Napoleons dort rausgefischt, weil die Nachfrage reicher Asiaten immer gößer wurde. Hauptabnehmer Hongkong, gefolgt von Singapur…
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