Vor der Einreise ist ein online Formular auszufüllen. Das verlangen immer mehr Länder – und es nervt. Wenn noch offene Fragen sind ist es immer besser eine nicht – künstliche Person vor sich zu haben.
Aber sonst lief alles glatt. Am Info – Schalter des Flughafens von Taipeh gibt’s alle notwendigen Antworten zur Easy – Card, Geldautomaten etc. Die Geldautomaten der großen Banken erheben keine Gebühren, und das sogar im Flughafen! Also habe ich erstmal einige Taiwan – Dollar abgehoben. 1000 Dollar entsprechen etwa 27 Euro. Auf der Insel geht noch viel mit Bargeld. Damit habe ich mir als erstes eine Easy – Card gekauft. Die Easy – Card ist eine aufladbare Chip – Karte, die für Busse, Metro und bestimmte Züge benutzt wird. Zu kaufen gibt es sie an den Metro – Stationen, in Bahnhöfen und vielen Läden wie 7 Eleven, eine in Asien weit verbreitete Kette von kleinen Supermärkten. Dort kann man sogar mit der Easy – Card bezahlen. Sie lässt sich außerdem für die weit verbreiteten Youbike Stationen, zum Ausleihen von Fahrrädern, verwenden.
Mein Hostel lag etwas außerhalb der Kern-Stadt. Ich hatte nicht das große Bedürfnis nach dem Gewusel, vor allem nicht am Wochenende. Außerdem sind die Unterkünfte in Taiwan mindestens doppelt so teuer wie in Festland-China. An den Wochenenden steigen dann die Preise z.T. noch mal um das Doppelte. Daher wäre es eigentlich besser die großen Städte vor allem von Samstag auf Sonntag zu meiden. Gerade Samstags lassen sich Hostels für Preise im dorm, also Schlafsaal, von 20 bis über 40 Euro finden! Meines lag bei etwa 17 Euro und war ganz ok. Praktischerweise fährt ein Flughafenbus bis fast vor die Haustür des Hostels. Das befindet sich nicht weit von dem berühmten 101 Tower und dem beliebten trail zum Elefant Mountain.
Die Temperaturen liegen vielleicht bei 15 Grad. Es hat hier sehr viel geregnet, so viel dass die schöne Pingxi Bahnstrecke gesperrt wurde. Naja, vielleicht geht ja was am Ende von meiner Taiwan-Reise. Die Wanderung auf den Hügel hier ist nicht spektakulär, aber ganz nett.Für mich sehen die meisten Städte von weiter weg ziemlich gleich aus. Das charakteristische des Taipeh- Panoramas ist wohl das Gebäude 101 in der Mitte des Bildes, das mal das höchste Gebäude der Welt war und mit der riesigen Kugel ausgestattet ist, die bei Erdbeben oder Sturm stabilisieren soll, indem sie entgegengesetzt zu den Schwingungen des Turms pendelt. Auf dem Rückweg lieh ich mir zum ersten Mal ein Youbike. An der Fahrradstation hatte ich Probleme bei der Einrichtung der App. Ein Taiwanese, der auch gerade los wollte half mir aber dabei, und ich konnte das Rad mit der Easy Card befreien und zur nächst gelegenen Station meines Hostels radeln. An jeder Station stehen Biobikes und E-Bikes. In Taipeh ist die erste halbe Stunde Biobike gratis, danach kostet es 27 Cent pro 30 Minuten. Das E-Bike kostet doppelt so vielIch wechselte am nächsten Tag das Hostel Richtung Ruifang, praktisch gelegen um die Gegend weiter nördlich zu erkunden. Der Zug brachte mich nach Sandiaoling, und am Ende sollte ich an einer anderen Station wieder rauskommen, in Huotong, auch genannt Cat – Village, wegen der vielen Katzen eine absolute Touristenattraktion. Aber mein eigentliches Ziel war der Sandiaoling – TrailDer verläuft zunächst zwischen der Bahnlinie und einem Fluss Dann endlich mal wieder naturbelassene Pfade und keine Treppenstufen! Endlich darf ich wieder selbst entscheiden wohin ich trete (ist besser für die Knie). Die Wildtiere werden hier anscheinend nicht gejagt und sind äußerst zutraulich Die Wanderung nimmt mehrere Stunden und über 500 hm in Anspruch und führt zu mehreren sehr schönen Wasserfällen Hier könnte man sogar hinter den Wasserfall laufen. Aber es ist sehr steil, ausgewaschen und der Wasserfall alles andere als klein. Wegen der Absturzgefahr lasse ich es lieber Auch von oben wage ich mich nicht an die Kante. Links am Bildrand hängt dafür ein Seil. Es hat soviel geregnet, der Weg nah an die Kante überflutet istDann mal wieder ein schöner Tempel Auch was zum Klettern Schuhe ausDie Brücke geht über einen schmalen, aber schnellen Fluss. Ob der Rettungsring noch schnell genug hinterkommen würde? Noch vor dem riesigen Wasserfall?Am Ende des trails liegt linker Hand ein Bergwerksmuseum. Es kostet keinen Eintritt, und war eine witzige Erfahrung. Im Museum hingen ungefähr 6 ältere Taiwanesen. Einer davon konnte gut Englisch und war erstaunt dass ich hier aufgekreuzt bin. Er dolmetschte einen 83 Jahre alten Mann, der aussah wie 50 und früher durch die Tunnel kriechen musste um Kohle zu schürfen. Das Bergwerk ist mit über 600 km betunnelt. Ein anderer hat uns bei der Führung die ganze Zeit gefilmt. Die ehemaligen Arbeiter hier haben das Museum selbst errichtet und finanziert. Es hat mich niemand nach Geld gefragt, und es gab mehrere Gruppenfotos. Ich war völlig überrascht, dass ich anscheinend der erste ausländische Besucher bin, das Museum liegt schließlich fast in Huotong. Aber es ist wohl daß dieser wunderschöne Trail wenig bekannt ist. Auf der anderen Flussseite bei Huotong gibt es einen Tumnelabschnitt zu laufen oder mit dem Rad zu fahren, der viel populärer ist. Die Leute hier würden sich bestimmt über noch viel mehr Besucher in ihrem nett gemachten Museum freuen Huotong besteht nur aus ein paar Tourigeschäften. Sogenannte Katzen-Cafes sind in China und Taiwan sehr beliebt. Das besondere sind einfach nur ein paar Katzen, die dort einspringen. In diesem hier wird außerdem alles verkauft was mit Katzen zu tun hat: Katzen-Löffel, Katzenanhänger etcIch am KatzentischNicht so schön: Ladenknäste für Hundewelpen und Katzenbabys in Taipei. Es liegt ein Laden neben dem nächsten Jiufen old street. Kleiner, sehr touristischer Ort in den Bergen mit vielen schmalen Gassen. Hier reiht sich Bude an Bude. Kaffee oder Souvenirs können durchaus mit deutschen Preisen mithalten. Der kleine 7 Eleven ist brechend voll. Viele einheimische Touristen versorgen sich lieber dort mit Kaffe oder Snacks. Das tue ich schon seit Tagen. Eine Tasse Kaffee in weniger touristischen Orten im Café startet bei 2,70 Euro. Dafür gibt’s aber noch keinen Cappuccino. Elephant trunk rock. Von Jiufen eine kurze Busfahrt und etwas laufen. Anschließend suchte ich die nächste youbike Station und radelte Richtung Badouzi. Kosten mit dem E-Bike 27 Cent. Bei der nächstgelegenen Station lockte eine Art Pizzaria gegenüber. Dafür wird annähernd so viel verlangt wie bei uns. Ich wollte mal eine Ausnahme machen. Ich bekam ein Schild mit QR Code in die Hand gedrückt und eine Tischnummer. Hinter dem Code verbirgt sich eine App, die man herunterladen muss. Darauf gibt es die Speisekarte, damit muss man die Bestellung aufgeben und auch bezahlen. Natürlich lade ich mir dafür keine App runter und bei echten Menschen bestellen geht nicht. Bevor die KI mir die Pizza in Plastikfolie serviert oder ich bei der nächsten Triage in der Behandlungshierarchie wegen ungesunder Ernährung ganz unten stehe, bleibe ich lieber hungrig und mache mich zu Fuß Richtung Küste.Mit dem historischen Zug zurück nach Ruifang
Mit dem Taroko Nationalpark bei Hualien erwartet mich eins der Highlights von Taiwan. Ich erwarte nicht allzu viel Tourismus dort, da die meisten Wanderwege rund um die gigantische Schlucht geschlossen sind. Ein schweres Erdbeben 2024, sowie der Taifun vor kurzem haben vieles zerstört. Taiwan wird immer wieder von diesen Naturereignissen getroffen.
Die Zugfahrt dahin ist schön, wie eigentlich die ganze Ostküste. Gleich am Bahnhof möchte mich eine Taxifahrerin zu meinem Hostel bringen. Das liegt aber nur 10 Minuten zu Fuß entfernt. Ich frage stattdessen nach einem Scooter für 2 Tage. Nur Sekunden später präsentiert sie mir einen Verleiher. Denn nicht jeder vermietet an Ausländer. Der prüft meinen Motorradführerschein und den internationalen. Nach etwas Verhandlung einigen wir uns auf 20 Euro für 2 Tage. Sprit kostet hier nicht viel. Im Gegensatz zu China ist in Taiwan sehr wenig elektrifiziert. Viele Verbrennerautos und Scooter knattern durch die Gegend.
Am verbleibenden halben Tag passiere ich Obelix‘ Hinkelstein Unternehmen und lande an dem kleinen See LiyuIrgendwas bei Shoufeng Am nächsten Morgen längere Fahrt zur Taroko Schlucht. Nur der Dali trail ist noch geöffnet. Gehzeit etwa 4 Stunden, bei etwas über 1000 hm Nach der Hälfte enden die Treppen und der Berg sieht wieder aus wie ein Berg, und auch seine Wege Oben, kurz vor Dali gab’s vor langer Zeit mal eine Lastenseilbahn. Das sind die Reste Dali ist ein indigenes Dorf. Jetzt stehen nur noch ca 3 Häuser und eine alte Kirche. Ein paar Tafeln weisen auf die Morde durch die Japaner und den Widerstand hinRichtig schön hier oben. Leider muss ich den gleichen Weg wieder runter laufen. Der trail auf der anderen Seite durch die Schlucht ist gesperrt. Aber das wusste ich ja vorher Der Park kostet keinen Eintritt. Unten im visitor center wird mir erklärt dass die einzige Straße hoch in die Berge nur alle paar Stunden für ca 30 Minuten öffnet. Dann kann man so hoch fahren wie man möchte, muss nur zur letzten Öffnung des Tages wieder zurück sein. Zwischendurch wird gebaut und restauriert wie verrückt. Der intakte Nationalpark muss eine riesige Einnahmequelle sein. Heute fahren mit mir nur wenige Autos und Motorräder hoch. Straße und Aussichten sind schon super schön Noch schöner wäre die kleinen trails über die vielen Brücken und am Rande der Schlucht laufen zu können. Aber ich möchte mir auch nicht die Menschenmassen dabei vorstellen. Ohne Ausländer hat Taiwan schon 23 Millionen Menschen, und wandern ist hier sehr populär Weiter oben ist noch ein Minipfad von knapp 1 km geöffnet
Die Straße schraubt sich endlos weiter nach oben. Ich bin von Meereshöhe auf ca 1800 Meter hoch gefahren. Es ginge dort bis auf über 3500 Meter. Taiwan hat 286 Berge, die über 3000 Meter hoch sind und ist, gemessen an der Größe des Landes, eines der bergigsten Länder der Welt. Der höchste Berg misst fast 4000 Meter. Mir wurde aber auch so schon kalt genug, und ich musste sowieso wieder runter.
Noch mal ein Stop am Strand. Zum Baden zu kalt, aber wärmer als in Taipei Die Steine hier sind alle rund und flach. Wer sie übers Wasser springen lassen möchte, hat einiges zu tun.
Dann ging die Reise nach Liuqui, eine Insel ganz im Süden, nicht weit von Kaohsiung. Das sind zwischen 6 und 7 Stunden Fahrt. Zuerst nahm ich einen Hochgeschwindigkeitszug, musste aber später den Zug wechseln, bei einer Umsteigezeit von 10 Minuten. Der hatte aber Verspätung! Tai-Wahn, was geht? Dann musste ich auch noch im Zug ein Ticket nachkaufen. Ich bin mit meiner Easy card, wie immer, durch die Absperrungen gegangen. Trotzdem gildet die Karte nicht für alle Züge. Irgendwie unpraktisch, dass man die Karte am Eingang für alle Züge scannen lassen kann. Also musste ich am Umstiegsbahnhof den Scan erst wieder rückgängig machen lassen. Jetzt hatte ich endgültig meinen Zug verpasst und musste auf den nächsten warten
Das ist die etwas günstigere und langsamere Variante. Der Zug kam mit 20 Minuten Verspätung an. Immer noch gut im Vergleich mit Deutschland. Aber mein Bus war weg. Ich nahm ein Uber zum Hafen. 15 km etwa 8 Euro. Kein Vergleich nach oben zu Deutschland, aber auch keiner nach unten zu China…Die Strecke an der Ostküste entlang ist ein Highlight. Links das Wasser, rechts die Berge und viele Tunnel
Die einfache Fährfahrt liegt bei 5,40. Die Fahrt dauert nicht lange. Ich wurde von meiner Unterkunft abgeholt und mietete mir dieses Mal einen Escooter
Die Batterie ist fast schwerer als das Moped und uralt. Sie reicht für etwa 25 km. Damit kommt man aber über die komplette Insel und wieder zurück.
Taiwan ist nicht mal 400 km lang. Und trotzdem herrscht in Taipei kalte Regenzeit, während ich mich hier kurz ins Wasser traute. Liuqui ist bekannt für die vielen Schildkröten. Meine Maske und Schnorchel waren mit am Strand, meine Unterwasser-Kamera leider nicht. Denn kaum war ich drin, tauchte 2 Meter von mir entfernt eine etwa 1,30 m große Schildkröte auf den Grund und lies sich beim Fressen überhaupt nicht stören…
Der Atompilz. Markanter und bekannter Fels, der aber wahrscheinlich einen anderen Namen hatEinige parkähnlich angelegte und kurze Wanderwege finden sich auch auf der Insel. Die sind sehr schön. Auf den paar Straßen hier herrscht ansonsten keine Idylle. Die sind immer voll mit knatternden Autos und Mopeds. Am Wochenende sollte man liuqui lieber ganz meiden. Es ist wochentags und immer noch Nebensaison. Die Preise sind auch so hoch genug. Ich esse meistens nur aus dem Supermarkt. Neben der bekloppten Digitalisierung in der Gastwirtschaft denken die sich immer neue Schikanen aus ihre Gäste zu schröpfen: Ein Thai-Restaurant hier hat einen Mindestbestellwert (häufig in Taiwan), der liegt bei etwa 10 Euro, und eine zeitliche Vorgabe zum Verzehr der Speisen. Besser nicht unterstützen…Natürlich gibt es auch hier ein paar Tempel Die Insel ist für ein paar Tage eine schöne Abwechslung. Ich habe aber nicht mehr viel Zeit
Ich möchte weiter nach Kaohsiung, Großstadt, aber die Richtung geht wieder nach Taipeh. Am Hafen warten schon die Taxifahrer und erzählen mir dass es so schnell keinen Bus gibt. 20 Minuten laufen, dann findet sich eine andere Buslinie. An der Haltestelle spricht niemand Englisch. Aber jemand ruft einfach seinen Freund an, reicht mir sein Telefon und ich bekomme alle Infos über Abfahrtzeiten und Bus Nummer…
In Kaohsiung laufe ich dann ein paar trails in den Affenfelsen. Der Name ist Programm, und sie sind überall, den ganzen Tag über, denn das Gebiet ist groß
Nett von dem Affen sich wie sein Portrait auf dem Schild zu positionieren. Füttern ist dennoch verboten. Die Affen sind mitunter auch etwas aufdringlich Schöne Wanderwege, immer wieder finden sich auch Kletterpassagen und kleine Abzweigungen durch die Natur, abseits von Treppen. Der Blick auf die Stadt – najaWieder unten fuhr ich zum x-ten mal Youbike. Meistens bezahle ich gar nichts, da ja das Bio Bike für 30 Minuten nichts kostet, und komme an der Museumsbahn vorbei Banpingshan-Berg. Der liegt wiederum an einer anderen Ecke von Kaohsiung und ist weniger bekannt. Im Bild nur eine Taube, aber immerhin eine bunteNach einigen Höhenmetern finden sich Aussichtsplattformen. Es stehen riesige Fässer mit heißem oder kaltem Tee bereit – von Ingwer bis Schwarztee, alles kostenlos. Die Taiwaner haben alle ihre Thermoskanne dabei Einige Höhlen gibt’s auch. Die Besichtigung ist jedoch genehmigungspflichtig. Wie auch in China gibt’s hier penible VorsichtsmaßnahmenTanz der Teufel Mal was zum Verkehrssystem: Was Unausgegoreneres habe ich selten gesehen und ist noch schlimmer als die Kreiselwut in einigen europäischen Ländern: Die weiß umrahmten Boxen sind Warteplätze für Radfahrer, mal für Motorräder. Meistens darf man mit dem Rad oder Motorrad nicht links abbiegen, sondern muss erst rechts fahren, sich durch mehrere lange Ampelphasen quälen und dann wieder links. Manchmal aber auch nicht, was sehr verwirrend ist. Hinzu kommt dass jede Kreuzung so vollgekrizelt ist, dass man sich gar nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren kann. Denn trotzdem kommen immer Autos von links oder rechts wenn die Ampel gerade grün ist. Die Randstreifen für die Zweiradfahrer birgen ein hohes Unfallrisiko zusätzlich (wie bei uns), da ja auch dort permanent jemand parkt, losfährt, eine Tür aufreißt. man rechts ein Auto überholt etc. Ne, das ging daneben. Das kann ich nicht mal als organisiertes Chaos bezeichnen…
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