Die günstigste Verbindung von Taiwan nach Indonesien führt von Taipeh nach Denpasar, Bali. Es war ein anstrengender Flug, mit Umstieg in Singapur.
Auf Bali wollte ich nicht unbedingt bleiben. Dort ist es mir mittlerweile zu überlaufen. Zwar wird jetzt im Februar oder weiter im Norden nicht so viel los sein wie in der Hauptsaison, ich entschied mich aber gleich die Fähre nach Nusa penida zu nehmen. Das ist weniger eine Badeinsel. Die Steilküste soll aber sehr schön sein. Hier suchte ich mir eine Unterkunft weit abseits des Trubels rund um die Crystal Bay. Es ist aber immer noch Regenzeit, und viele homestays und Hotels stehen leer. Zimmer sind entsprechend günstig. Auch der Scooter, den ich mir für die nächsten Tage von meiner Unterkunft auslieh, kostete nur 3,50 pro Tag, der Liter Sprit hier liegt bei 60 Cent. Busse fahren nicht, die interessanten Spots liegen weit auseinander, so dass pro Tag schon ein paar Stunden auf dem Moped zusammenkommen.
Zimmer mit Meerblick, 13 Euro inklusive Frühstück. Auch die Klimaanlage setze ich ab und zu ein. Die Luftfeuchtigkeit ist während der Regenzeit extrem. Im Moment scheint die Sonne bis ca 17 Uhr. Dann setzt plötzlicher Starkregen ein, der auch mal die Nacht über anhältMit dem Roller über die Insel. Selten ist die Straße so leer wie hier. Man muss jeden Moment konzentriert sein, um Schlaglöchern und entgegen kommenden Autos auszuweichen. Das Linksfahren erfordert jedoch keine Eingewöhnungszeit. Die indonesische Regierung überlegt seit einiger Zeit das Vermieten von Motorrädern an Touristen zu verbieten – zu viele Unfälle. Das fände ich natürlich nicht so gut, irgendein Nachweis von Fahrpraxis und Führerschein wäre vielleicht angebracht. Aber hier fahren ja nicht nur unerfahrene Ausländer herum, sondern auch 10-jährige Einheimische…Auf den unbefestigten Wegen ist nichts los. Um den Scooter nicht zu zerstören komme ich dafür oft nur im Schritttempo vorwärts Die Insel ist sehr bergig, mit einigen schönen Dörfern und Tempeln
Ohne die Nutzung von „social“ media entfremde ich mich Jahr für Jahr von der Realität. Natürlich bekomme ich meistens mit wo die Highlights der Gegend liegen. Aber wie überlaufen die oft sind, da längst die Insta – oder TikTok Walze über sie gebrettert ist, zeigt sich oft erst zu spät
Diamond Beach ungeschminkt
Genau genommen heißt der Strand links unten Atuh Beach. Der Diamond Beach befindet sich gleich rechts unten.
Der Diamond Beach. Zum Strand führt eine sehr steile und enge Treppe. Die ist die ganze Zeit blockiert, weil sie für die meisten nur den Zweck hat ein paar Stufen runter zu laufen und von hier exakt die gleiche Aufnahme zu machen, wie wohl schon Millionen von „Influenzan“ vor ihnen. Die Aufnahmen dauern immer länger, weil die einzelnen Posen erst lange einstudiert werden müssen. Die Treppe ist voll mit Strandgehverweigerern, sehr viele Chinesen. Irgendwann muss ich mich halt vorbei drängeln, wie in der MetroAm Strand finden sich nur wenige Menschen. Man muss eine Welle abwarten und schnell durch das Restwasser laufen. Am Großteil der Inselstrände herrscht eine gefährliche Unterströmung, die schon viele Opfer gefordert hat. Daher ist Badeverbot. Die Wellen sind zudem sehr hoch und unberechenbar. Eine Frau hat ihre Tasche auf den Strand, anstatt auf einen erhöhten Felsen gestellt. Die Tasche konnte sie der Welle gerade noch entreißen, aber Handy etc voller Salzwasser. Mit Baden, Schatten und wenig Leuten wäre das ein super StrandKüstenpanorama ein paar Meter weiter Wieder oben bin ich dann die linke Seite zum Atuh Strand gelaufenDie Liege konnte ich auf 50.000 Rupiah (2,50 Euro) runterhandeln. Sonst gibt’s keinen Schatten. Dazu eine Kokosnuss, und auch baden ist hier möglich (bei hohen Wellen und Steinen beim Reingehen). Ich fuhr später noch etwas weiter, irgendwelche kleinen Wege, wieder an die Steilküste und wanderte herunter. Hier war niemand mehr. Der Weg an manchen Stellen überwuchert. Im Bild alte Tempelreste mit steinernen Becken. Dort hängt noch ein Schild mit „women bath“, eher eine Pfütze, in der gerade ein mutmaßliches Krokodil plantschte. Das hat sich aber als Bindenwaran entpuppt. Bindenwarane werden bis zu drei Meter lang. Diesen habe ich auf 2 Meter geschätzt und war ganz froh dass er mir nur ein paar mal die Zunge rausgestreckt hat (also seine eigene – komische Grammatik) und sich verzogAm Ende nur ein paar Felsen Wieder durch die Berge auf die andere Seite der Insel ganz oben, in der Mitte der Insel liegen die Tubbie Mountains (so steht es auf einem Schild).
Und ich bin mir sicher dass das stimmt und morgen früh Tinkiwinki die Bunkertür öffnet
An einem anderen Tag zur Crystal Bay. In diesem Fall ist der Strand bei weitem nicht so schön wie auf dem Foto. Weiter rechts gibt es Spuntwände. Das Meer ist steinig. Die Steine kriegt man von den hohen Wellen gegen die Füße geschmettert. Fast die gesamte Bucht ist mit Liegestühlen besetzt. Da ein Sonnenbrand hier schon bei bedecktem Himmel in frage kommt, wollte ich mir einen Schirm mieten. Aber der kostet mit 2 Liegen 10 Euro, handeln unmöglich. Später am Tag wird es voll.Aber am Ende des Strandes führt ein kleiner Pfad zur nächsten Bucht. In nur 10 Minuten bin ich dort und der einzige Besucher.In der kleinen Bucht steht nur eine kleine Holzhütte. Es werden 2 Schirme mit Doppelliegen vermietet. Die konnte ich auf 2,50 Euro runterhandeln und mir noch ne Kokosnuss leisten. Hier sind die Wellen noch größer. Wer hat die Kokosnuss geklaut? Als ich die Kokosnuss leer getrunken und einigermaßen ausgekratzt hatte, stellte ich sie direkt neben mich. Irgendwann kam ein Affe aus dem Nichts und schnappte sich die Kokosnuss. Er konnte die Nuss kaum tragen, war sie doch halb so groß wie er selbst. Hinter den Liegen befindet sich leider wieder mal ein Haufen Plastikmüll…Kelingking Beach. Für das Foto kommen sie aus aller Welt. Natürlich nur als Selfie mit dem Strand im Hintergrund. Gegen 17 Uhr war der große Spuk schon vorbei, aber immer noch zu viele Menschen, die mal wieder die Treppe zum Strand blockierten. Ziemlich viele Chinesen, aber noch viel mehr Inder. Ich hatte von dem Verhalten vieler Leute hier die Schnauze voll und bin nicht mehr zum Strand gelaufenSo sieht es etwas ehrlicher aus: Hier wird ein riesiger Fahrstuhl gebaut. Eine schlimme Verschandelung der Natur und ein ebenso deutlicher Beweis was die social Media Foto Jagd anrichtetAn dieser Stelle unterbricht mein unfluencer blog für eine kurze Produktplatzierung: „An mein Fell lasse ich nur Ultra Milk.“ Wenn sich schon alle zum Affen machen, warum dann nicht den Affen zum Menschen und ihn mit Konservierungsstoffen und Zucker vergiften? Immerhin wird auf zahlreichen Schildern darauf hingewiesen, dass die Tiere nicht gefüttert werden sollen. Nützen tut es nichts. Vermutlich hat er sich die Milch auch nur gezockt. Den Affen hat sonst weiter niemand bemerkt. Alle sind nur mit sich selbst beschäftigt. An anderer Stelle haben immerhin ein paar Leute eine Frau weggezogen, weil sie für ein noch außergewöhnlicheres Selfie schon halb über der Klippe hing…Angel’s Billabong und broken beach, zwei fast ebenso wichtige Insta-SpotsNaiv von mir zu glauben die social Media Meute könnte nicht mehr blöder werden: Für dieses Foto brauche ich nur Sekunden, es ist für mich nur ein Schnappschuss. Dann stand ich nicht mal eine Minute um den Anblick der Gegend auch auf mich wirken zu lassen, schon beschwerten sich andere Touris. Ich sollte verschwinden, da sie gerne genau an dieser Stelle Selfies machen möchten. Ich ging nur 10 Meter weiter und bekam schon wieder, von anderen Spinnern, einen Platzverweis. Wenn ich hier stehe und Fotos mache bin ja selbst ein Stück weit Teil dieser Szene, und ich gönne auch jedem sein Foto. Aber von Leuten für die es eine Selbstverständlichkeit geworden ist, dass nur noch akzeptiert wird wer ein Selfie an solchen Orten von sich macht und bloß nicht die Natur zu genießen hat, distanziere ich mich ausdrücklich. Es ist außerdem so, dass die meisten Touristen gar nicht auf Nusa penida übernachten. Sie machen organisierte Tagesausflüge von Bali. Größere Gruppen rasen mit mehreren Allrad-Fahrzeugen Kolonne von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Die Straßen sind so eng, dass es für den entgegen kommenden Motorradfahrer knapp wird.In diesem natürlichen Pool durfte man früher schwimmen. Jetzt ist der Weg dahin abgesperrt Ich konnte von hier nicht sehen was das sich fremden Kulturgutes aneignende Wesen in der Hand hält. Aber ich vermute dass es sich um ein Smartphone handelt So sieht der Weg zum Amok Restaurant aus. Und so der Swimmingpool. Ein Essen kostet hier etwa 5 Euro. Dafür darf der Pool benutzt werden, und der Schirm ist auch inklusive. Etwas protzig, aber auch keine schlechte Alternative an einem Regentag. Ich hatte zuvor eine Schnorcheltour mitgemacht. Mit längerer Bootsfahrt bei hohen Wellen und Massen an Touristen. Danach war mir entsprechend schlecht und kalt. Ich habe aber einige Manta – Rochen gesehen….
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