Nach meiner Ankunft von Timor Leste sind nur knapp 2 Wochen Bali geplant. Auf dem Weg nach Vietnam muss ich sowieso hier landen und ein neues Visum kaufen.
Sonnenuntergang am Kuta Strand, Nähe FlughafenMüllprobleme, besonders nach den letzten Überschwemmungen. Die Gegend um Denpasar ist für mich nur ein notwendiger Zwischenstopp. Urlaub würde ich hier nicht machen die unabhängigste und vergleichsweise auch günstigigste Variante zum Reisen auf Bali bleibt das Motorrad. Ich entschied mich für eine fast neue Honda ADV 160 ABS. Der Scooter hat etwas mehr Kraft und ist größer und schwerer als die meisten hier. Für meine Fahrt bis nach Amed und Umgebung die bessere Wahl. Im Bild ein Stopp am Ende einer kleinen Straße im Gebirge. Die Straßen rund um Denpasar sind hingegen immer verstopft, ganz anders als noch vor ein paar Jahren Ich bin teilweise einfach von der Hauptroute abgebogen, und schlagartig wurde es zwar sehr bergig und steil, aber angenehm ruhig Irgenendwo tauchte ein großes Kaffee Schild auf. Ich landete auf einer Kaffeefarm, wo es u.a. den Kaffee aus den verdauten Bohnen der Schleichkatze gibt. Ich hatte dann erstmal nach Berichten dazu gesucht. Darin wird oft die Haltung der Tiere kritisiert (Nein, nicht deren Einstellung…). Die hier waren aber nicht angekettet oder eingesperrt. Der Kaffee ist natürlich sehr teuer, wenn auch eine Tasse davon immer noch günstiger ist als die Plürre in deutschen Cafés Betrifft auch den FlughundStrand bei Amed. Die Region liegt ca 100 km von Denpasar entfernt. Ich hatte vor Jahren hier meinen zweiten Tauchschein gemacht und hätte gerne noch einmal die versunken Liberty betaucht. Aber mittlerweile tummeln sich hier den ganzen Tag mehr als hundert Taucher. Das ist mir zu viel. Trotzdem gilt Amed immer noch als günstige und einfachste Region zum Schnorcheln oder TauchenDas Meer ist oft noch zu aufgewühlt zum guten Schnorcheln. Dafür zeigten sich einige Delphine über fast 2 Stunden vor der Bucht Es regnete ungewöhnlich viel für den Monat März. Aber zwischendurch besserte sich die Sicht unter Wasser immer wieder. Ich bin viele Stellen, an verschiedenen Buchten, abgeschnotchelt. Das alles ist kein Vergleich mehr zu meinen tollen Tauchgängen von vor ein paar Jahren (s. Indonesien unter Wasser). Der Müll wird mehr, die Korallen weniger. Aus Platzgründen habe ich außerdem nur eine GoPro dabei. Die reicht für Unterwasser Fotografie einfach nicht an eine Kompaktkamera mit Gehäuse. Trotzdem konnte ich einfach vom Strand aus, ohne Boot, immer was Neues entdecken. Das ist das Tolle am Tauchen Japanisches Schiffswrack Die Schlange hatte ich schon mal vorgestellt: potentiell tödlich, aber Bisse kommen kaum vor, da sie als sehr defensiv gegenüber dem Mensch gilt Fische ohne Ende. Die verfälscht die GoPro oft zu kleinen Punkten Hier tauchte ich ab, um den Angelgegenstand zu untersuchen. Zum Glück fasse ich nichts an unter Wasser. Nur wenige cm neben meiner Hand kam diese Moräne aus ihrem Tunnel Spieltisch der Fische: Fast ein Kniffel Lempuyang Tempel. Der liegt nur etwa 30 Minuten Fahrt von Amed. Wieder wusste ich nicht, dass der auch ein Instagram Favorit ist. Auch wenn ich mich zu social Media schon ordentlich ausgelassen habe: Wenn das Wort bizzar noch einer Steigerung bedarf, dann ist Instagram oder TikTok. Ich hatte mir das Ticket gekauft und bin zum Tempel gelaufen. Dort angekommen wurden andauernd über Lautsprecher Nummern aufgerufen. Ich hatte am Vormittag die Nummer 133 und wurde völlig verständnislos angeguckt, als ich fragte ob ich so lange warten müsste um den Tempel zu betreten. Nein, die Nummer brauche ich nur wenn ich ein Selfie (für viel Geld) mit mir und dem Himmesltor machen möchte. Ich erinnerte mich daran, dass ich vor Jahren schon mal hier war und keine Sau sich für das Tor interessierte. Was das ganze aber noch bizarrer macht ist die Tatsache dass sogar Jeder der Touristen hier jede einzelne Pose kennt die er in der passenden Reihenfolge für die Selfies durchläuft. Und es gibt hier nicht nur das Tor, sondern einige spots die kreativ rund um den Tempel aufgebaut wurden. Viele Touristen bringen dafür einen zweiten Kleidungssatz mit. Wenn sich die Menschen in allen Dingen so programmieren ließen…Einer von vielen Selfie Spots. Der Clou ist während der Aufnahme einen Taschenspiegel unter die Kamera des Handys zu halten, womit es aussieht als würde sich die Person im Wasser spiegeln. Natürlich werden hier auch Spiegel verkauftNach einer schönen Fahrt am Wassertempel. Ich habe hier ungefähr 2 Stunden verbracht. Als ich wieder fuhr waren ein paar Touristen, die ich schon bei meiner Ankunft sah, immer noch mit Selfies beschäftigt. Immer an der gleichen Stelle, mit neuer Geradobe….Fahrt zu verschiedenen Buchten Weiterer Selfie Spot in den Bergen, aber anscheinend noch nicht so bekannt Badestrände sind das hier aber meistens nicht. Fast jeder Strand ist voll mit Booten Rückfahrt nach Denpasar. Der Tempel mit den Fledermäusen ist nicht ganz so interessant, da es Ausländern verboten ist die Höhle zu betreten Kleine Brücke, die sich auch mit dem Motorrad befahren lässt
Das war’s auch erstmal. Der Flug nach Vietnam wartet. Fazit: Bali ist immer noch eine Reise wert – gerade jetzt: Zuletzt habe ich kleinen Warungs gegessen (kleines, oftfamiliengeführtesRestaurant). Selbst am Strand bezahlte ich 2,50 Euro für ein gutes, vegetarisches Gericht, einschließlich einem großen Glas frisch gepressten Fruchstsaftes. Der Preis für einen Liter Benzin ist in den letzten Monaten auf etwa 60 Cent gesunken und stehen immer noch da, während bei uns der Preis Richtung 3 Euro schnellt. Wie machen die das bloß? Damit meine ich „unsere“ Politiker…
Vor schlechten Lebensverhältnissen oder Krieg sind hier natürlich nicht gerade wenig Menschen hin geflüchtet. Die Mehrzahl an Spaßtouristen stellen natürlich immer noch die Australier. Für die kostet das Leben hier fast nix, sie halten sich aber hauptsächlich an den Surfstellen auf. Neben immer mehr Asiaten finden sich auf Bali viele Russen. Aber – was anscheinend nicht so bekannt ist – nicht viel weniger Ukrainer. Oft leben sie in den selben Hotels. Das auch viele Europäer nach Bali auswandern kann ich gut nachvollziehen. Man darf gespannt sein wie lange das noch für Menschen mit geringen Einkommen funktioniert. Die aktuelle Politik wird früher oder später den Euro verfallen lassen. Während einige Ost – europäische Staaten wenigstens versuchen, die z.T. selbst verursachte Inflation mit Preis Deckelungen, z.B. beim Sprit, zu bremsen, wird bei uns – wie immer – nichts getan. Wozu auch? Hohe Steuereinnahmen sind ja unerlässlich um die Bevölkerung kriegsbereit zu reden.
Aber Geld auf Bali zu verdienen ist nicht so einfach: Indonesien verteilt kaum noch Arbeitsvisa. Das dient zum Schutz der eigenen Arbeitsplätze. Viele der Ausländer, die hier versuchen Schwarzgeld als Yogalehrer oder Touristenführer zu verdienen, werden abgeschoben. Mittlerweile entwickelt sich die Nachbarinsel Lombok zum neuen Bali. Bei 17000 Inseln wird sich immer noch was finden…
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