China zum Dritten
Es gab keine neue Einreise. Ich muss dieses Mal rein softwarebedingt einen dritten Teil erstellen
Der startet mit der Fahrt von Shangri la nach Yubeng, einem kleinen Dorf in den Bergen weiter nördlich. Shangri la ist der letzte Ort mit einem Zug Bahnhof. Von hier musste ich den Bus nach Feilaisi nehmen, kurz hinter Deqin, welches der letzte Ort im kulturellen Tibet ist den man ohne Permit betreten kann, und geographisch das Ende von Yunnan. Die Fahrt nach Feilaisi dauert 4 Stunden. Hier musste ich eine Übernachtung einlegen um früh morgens einen Bus nach Ninong zu erwischen, denn von da aus gibt es keine andere Möglichkeit nach Yubeng zu gelangen als ca 5 Stunden bergauf zu laufen (oder per Pferd).







Ich hatte mir schon ein Hotel vor gebucht. In Yubeng geht der Zimmerpreis ab 30 Euro aufwärts. Ich musste also wieder in den Schlafsaal. Es ist davon auszugehen, dass auch in China die Hotelpreise bei entsprechender Marktlage gnadenlos in die Höhe schießen können. Dann kann ich mir das Land vielleicht demnächst nicht mehr leisten. Aber ich sehe hier nichts von Verteuerungen der Transportpreise. Jedenfalls scheint sich China wesentlich mehr Gedanken über die Grundversorgung seiner Bevölkerung zu machen als unsere kollabierende Demokratie. Und nun weiter nach Yubeng…














Eigentlich kommen alle hierher um eine von zwei Tageswanderungen zu machen. Von lower yubeng zu einem Wasserfall oder von upper yubeng zum Eissee. Ich machte mich am nächsten Morgen auf zum Eissee. Es wird hart, denn der liegt auf knapp 4000 Meter




Nach etwa einer Stunde bergauf findet sich eine offene Schutzhütte. Ich stellte mich unters Dach, aß eine Banane und legte die Schale vorübergehend aufs Geländer. Kurz darauf kam das erste Streifenhörnchen. Ich hatte auf dem Rückweg noch eine etwas unangenehme Begegnung…











Um dann wieder den selben Weg runter laufen (rutschen) zu müssen, mit erneuter Rast bei den Hörnchen





Eine Internet Recherche nach der genauen Bezeichnung der Tiere ließ mich lediglich wissen, dass Streifrnhörnchen in China zum Aufspüren von Drogen trainiert werden. Bei uns sind sie ja schon lange im Einsatz, wenn auch nur im Straßenverkehr…
Als ich gegen frühen Nachmittag wieder kam, lichtete sich der Berg. So viel zum frühen Vogel…








Ich konnte leider nicht einfach verlängern. Wo ein Sich treiben lassen im Januar noch einigermaßen funktionierte, wird es jetzt immer voller, und ich musste sehen, dass kaum noch Zugplätze vorhanden sind. Für die Rückfahrt von Shangri la bin ich nur über die Warteliste zu einem Ticket gekommen und auch nur mit Umsteigen. Für die restliche Zeit in China habe ich nun alles vorgebucht…
Zurück nach Kunming: Zwischendurch zeigt sich eine ganz schöne Landschaft. Meistens ist der Zug aber unterirdisch unterwegs, Tunnel ohne Ende



Ein absolutes Top-Ziel in Yunnan und wohl in ganz China, ist der Steinwald von Shilin, ca 100 km von der Stadt entfernt. Die ganzen Details dazu erspare ich mir, denn die uralten Felsen werden Überall als weltweit einmalig beworben und sind – selbstverständlich – Weltnaturerbe.
Die Fahrt zur Shilin Scenic area hat mich mit Metro, Hochgeschwindigkeitszug und Bus fast 3 Stunden und insgesamt ca 6 Euro gekostet. Hier wollte ich aber nicht bleiben. Denn ca 7 km weiter gibt es mit Naigu einen weiteren Teil des riesigen Steinwalds. Kurioserweise ist der recht unbekannt. Nicht einmal die Rezeptionistin des bekanntensten Backpacker Hostels kennt den Ort. Und als ich in Shilin ankam war vor Menschen und Bussen kaum noch was anderes zu sehen. Eine kurze Taxi – Fahrt brachte mich dann Naigu. Während der Eintritt in Shilin richtig viel Geld kostet, habe ich hier (halber Preis) 1,50 bezahlt. Es gibt auch keine Buden hier, der Park liegt mitten im Nichts. Der große Unterschied zu Shilin: Dort sind die Felsen eher grau, hier schwarz, was auf den größeren Anteil Dolomit zurück zu führen ist. Und um es vorweg zu nehmen: Es war die beste Entscheidung. Ich habe an diesem Samstag! stundenlang niemand angetroffen. Erst gegen späten Nachmittag begegneten mir ca 5 Leute. Und wenn wenn man eins in China nicht bekommt, dann ist es Ruhe – nicht tagsüber und auch nicht nachts

























Der Nachteil der isolierten Lage: Ich habe wieder ein Didi (Taxi) geordert (Didi heißt übersetzt kleiner Bruder). Erst nach einer Stunde habe ich eins bekommen. Autos fahren so gut wie keine, also ist trampen auch keine Option. Angekommen an der Shilin scenic area war nichts mehr los. Die letzten Touristen verließen den Ort. Also gab es auch keine öffentlichen Busse mehr. Ein Taxi zurück nach Kunming hätte mich 35 Euro gekostet, für zwei Stunden Fahrt…
Schließlich nahm mich ein großer Tourbus mit chinesischen Touristen mit. Die Reiseleiterin wollte kein Geld. Ich saß ganz hinten, neben dem zweiten Reiseleiter. Ich unterhielt mich mit ihm während der knapp 2 Stunden Fahrt über die Übersetzungsapp. Er erzählte mir einiges über schöne Plätze in China, verwies auch häufiger auf die Errungenschaften seines Landes, z.B. die Urbanisierung der Wüste Gobi oder den neuen Eisenbahn -Tunnel im Norden. Dem kann ich absolut nichts entgegensetzen. Er weiß ganz genau von den deutschen Problemen – nicht nur bei der Bahn. Er sagte, die Effizienz liege in der staatlichen Verwaltung. Gut, so lange man keinen korrupten Haufen an der Macht hat (Stuttgart 21…) ist das wohl so. Und der Erfolg gibt China recht. Auch wenn die Deutsche Bahn im Besitz des Staates ist, die KI sagt dazu folgendes: „Privatwirtschaftliche Organisationsform, um effizienter zu arbeiten (seit 1994)“. Damit ist alles geklärt…
Vom Endpunkt des Busses war es noch eine Stunde Fahrt mit der Metro zum Hostel. Toll und interessant dass ich überhaupt diese Mitfahrgelegenheit bekam!
Am nächsten Sonntag fur ich mit der Metro zu den West Bergen. Das totale Kontrastprogramm zum Vortag. Der km lange Wanderweg führt meistens parallel zur Straße, auf der permanent Busse fahren um Touristen zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten, wie Tempel und die Longmen Höhlen zu bringen. Es war so voll dass viele Menschen auf die Straße auswichen, ich auch. Es sind erstaunlich viele Chinesen unterwegs, die sich die lange Wanderung antun und nicht den Bus nehmen.
















Nur über die Warteliste hatte ich das Zugticket von Kunming nach Guilin bekommen. Es ist mit 52 Euro für die zweite Klasse nicht ganz günstig. Aber der Zug legt auch die 1000 km in vier undeinhalb Stunden zurück, wofür das Auto 12 Stunden bräuchte.
Die Karstlandschaft rings um Guilin zählt zu der eindruckvollsten weltweit, ist damit aber auch eine der beliebtesten in China. Es beginnt langsam die Reisezeit aber auch die Regenzeit. So richtig voll wird es wahrscheinlich noch nicht


Als ich schließlich im Bus bin habe ich für die einstündige Fahrt 25 Cent bezahlt und bin fast vor die Tür des Hotels gefahren worden…



Die Hauptattraktion hier ist die Fahrt von Guilin ins Touristendorf Yangshou mit dem Ausflugsboot. Da ich mich schon in yangshou eingemietet hatte wäre es auf dem li River am schönsten gewesen. Aber es kostete auch einiges, was ich auf Grund des Wetters als nicht lohnenswert betrachtete und mich daher für das Sammeltaxi entschied




Yangshou ist seit langem vom Tourismus geprägt und verändert. 2025 besuchten 60 Prozent Ausländer die Stadt. Der Kern heißt auch entsprechend West Street. Trotzdem sprechen nicht so viele Chinesen Englisch. In einem kleinen Cafe war das anders: Die Besitzerin sagte mir sie sei froh dass ich schon länger in China unterwegs bin. Ich würde deshalb nicht die gleichen Fragen wie die anderen Europäer stellen: “ Wie kannst du hier leben, mit der wenigen Freiheit, des Mülls und der mangelnden Sicherheit“? Wie schön dass mit solchen Fragen unsere Defizite deutlich werden, besser könnte ich Medien – und Bildungskritik nicht formulieren. Ich wünsche mir keinen Übertourismus in Deutschland. Aber ein paar Chinesen, die uns mal fragen wie wir mit ausgeprägter (Kriegs) – Propaganda leben können, wären nicht schlecht…










Dann musste ich mir wieder einen E-scooter leihen um die ganzen Spots abzuklappern. Die Scooter sind tatsächlich auf 25 kmh begrenzt – theoretisch, und theoretisch zeigen sie manchmal nur 25 kmh an…
















Ruyi Peak. Der ist auch noch in Reichweite des E-scooters. Merkwürdigerweise ist die Seilbahn dort hoch so schwach besucht dass ich eine Gondel für mich alleine hatte. Dabei diente die Kulisse als Vorlage für den Planeten Kashyyyk, der Wookies aus Star wars. Die Fahrt hin und zurück, einschließlich Glasbrücke etc, hat mich 11 Euro gekostet. Ich kann es gar nicht oft genug schreiben, wie sehr ich es begrüße dass hier auch ältere Menschen Vorteile genießen. Unserer Regierung fällt ja nichts besseres ein jetzt auch noch nach bis zu 70 – jährigen zu wühlen, die man an der Front verheizen kann. Ein wenig Früher (na, Sie wissen schon…) hat das wenigstens bis zum „Volkssturm“ gedauert…

















Die ten mile galery hatte ich schon mit dem Scooter abgeklappert (Bilder oben). An einem anderen Tag nahm ich den Bus nach Xingping und blieb dort auch ein paar Tage. Die Fahrt von yangshou aus dauert eine knappe Stunde. Xingping hat auch eine sehr schöne Altstadt, ist viel kleiner als Yangshou, aber ähnlich zugebaut mit Souvenir Shops. Man kann sich auch hier mit Ausflugsbooten und Bambusflößen rumfahren lassen, aber darauf habe ich verzichtet. Stattdessen wanderte ich Richtung Yangdi. Man muss mit einer kleinen Fähre übersetzen, und kann anschließend auch noch einige km mit dem Sammeltaxi fahren, bevor es später nur noch zu Fuß weiter geht. Der Fährmann hat erst mal ein anderes Schiff gerammt. Dabei ist sogar eine Frau auf den Boden geflogen. Den Fahrer hat’s nicht gekümmert. Ich bemerke weiterhin viele Unfälle und eine gewisse Rücksichtslosigkeit untereinander

Auf dem Weg liegt einer der bekanntesten Fotospots der Region: Xinggong Mountain.









Die Bilder sind ein Mix aus verschiedenen Tagesausflügen. Denn ich bin am nächsten Tag einen Teil der selben Strecke mit dem Scooter gefahren, nachdem ich feststellte dass man gegen Aufpreis die Karre auch auf die Fähre wuchten darf. Später ging es mit der Fähre auf der anderen Flussseite zurück (dabei wird auch die Stelle passiert, die ebenfalls ein wichtiges Foto – Motiv ist, da der Spot auf dem 20 Yuan Schein zu sehen ist.




Einige Chinesen machen die lange Wanderung von Yangdi nach Xingping mit Camping Ausrüstung und zelten eine Nacht am Lagerfeuer. Es sind hauptsächlich Schüler und Studenten, die oft auch ein paar Wörter Englisch können und mich immer wieder einladen mit ihnen zu wandern. Schade dass ich kein Zelt mit habe. Aber ich hätte auch nicht die Zeit gehabt. So laufe ich nur ein paar km mit. Die Gesellschaft scheint auch in diesem Punkt ähnlich gespalten wie andere: Auf der einen Seite wird das Wandern immer beliebter, auf der anderen Seite sind da die Massen an Menschen, die wegen ihrer Handys nichts mehr von der Umgebung mitbekommen. Das erschreckenste Erlebnis hatte ich in der Seilbahn in Kunming: Gegenüber saß eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Das eine etwa 3 Jahre alt, das andere 5. Beide spielten ununterbrochen Spiele auf ihren Smartphones und hatten absolut kein Interesse an der Seilbahn oder der Aussicht…






















Zurück in Yangshou suchte ich mir noch mal irgendeinen Weg abseits aller Karten. Wunderschöne Landschaft, aber ich musste nach wenigen km umkehren da der Escooter die Steigungen nicht schafft

überall Orangenbäume















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